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  • Rahel

Durch Bergen & Vaksal

Nach der langen Zugfahrt kam ich gegen Mittag in Bergen an. Bergens Altstadt war ein schnuckliges regnerisches Häuserwirwar, welches sich vom Hafen einen Hügel hoch schlängelte. Mein erster Tag dort war auch mein letzter wirklich warmer und trockener Tag. Mein Host zeigte mir ein wenig die Stadt und ich erkundete die kleinen Straßen danach nochmal für mich alleine. Dann fing der große Regen an. Meine Laufschuhe waren durchnässt, also wurden es Zeit für meine Wanderschuhe. Die Tage in Bergen waren nicht wirklich ereignisreich. Während ich in Cafés Schutz vor dem Regen suchte, recherchierte ich nach guten Wanderrute, sowie  nach einem Schlafplatz für die kommenden Nächte. Meinen nächsten Host fand ich auch.

 

In Vaksdal, ca. 50km von Bergen entfernt, fand ich meinen bisher coolsten und chilligsten Host. Sein Name war Graham, und er lebte an der Route 16 direkt oberhalb eines Fjords. Als ich sein Account sah, musste ich ihm einfache ein Anfrage schicken. Graham lebte mit seinen zwei Hunden Dogo (halb Wolf halb Huski) und Anja ( Huskimischling), sowie seiner Katze zusammen. Es gab zwei Regeln: Respect the animals, it´s their home and don´t break anything.


Nach einiger Zeit viel mir auf, dass mich das Aussehen meines Hosts an einen Zwerg aus Heer der Ringe erinnerte, sein Charakter jedoch dem von Hagrit aus Harry Potter ähnelte. Graham kam aus England, hatte ein Glatze und einen langen Bart. Ein Freundliches Lächeln, bei dem ein paar Zähne fehlten. Er besaß ein lautes, herziges und offenes Gemüt, bei dem man sich einfach wohlfühlen musste. Deshalb war es auch kein Wunder, dass ich mich in Grahams Zuhause das erste mal richtig angekommen fühlte. Er nahm jede Person wie sie war, solange das Zusammenleben auf Respekt beruhte.

Die Tage bei Graham waren sehr entschleunigend. Fast jeder Morgen begann der Tag mit einem Sprung in den kalten Fjord, einer warmen Dusche und der Frage „Do you like some waffles?“ .

Um zum Fjord zu gelangen, lief ich in Unterwäsche und in meine Regenjacke gehüllt, mit einem Handtuch unterm Arm und meist Barfuß, die Straße nach unten, überquerte die Schnellstraße und stieg einen kleinen Pfad runter zu einer kleinen Bootsanlegestelle. Von hier aus sah ich auf die Hügel und beginnenden Berge die den mäandernden Fjord umschlossen. An manchen Stellen hing noch der Nebeln zwischen den Bäumen und überall hörte man das Tropfen des Regens und Rauschen der Wasserfälle.



Nach dem Frühstück fuhr Graham mich zu verschiedenen Wandertrails, von denen ich Nachmittags meist durchnässt zurück kam. Abends schauten wir gemeinsam Filme und aßen auf der Couch zu Abend. Wenn ich nicht wanderte und die Umgebung erkundete, saß ich auf dem Schaukelstuhl vor dem großen Fester, blickte in den Regen und die durch ihn entstandenen Wasserfällen. Ich saß, las, malte und kuschelte mit Dogo.

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